studien. fingolimod (fty720)

Fingolimod ist ein neuer oraler Wirkstoff zur Therapie der schubförmigen MS, dessen Wirkung auf einem neuartigen Prinzip beruht: Es verhindert, dass potenziell schädliche Immunzellen aus den Lymphknoten in die Blutbahn gelangen. Dadurch können diese nicht zur Entstehung von Entzündungen im zentralen Nervensystem beitragen, die für einen Großteil der Krankheitserscheinungen bei MS verantwortlich gemacht werden. Zudem zeigen weitere Untersuchungen, dass der Arzneistoff auch direkt mit Zellen des zentralen Nervensystems reagiert, wo er möglicherweise eine schützende Wirkung entfaltet.

Erfahrungen mit Fingolimod bei der MS

Diese Immunzellen können somit nicht zur Entstehung von Entzündungen im zentralen Nervensystem beitragen, die für einen Großteil der Krankheitserscheinungen bei MS verantwortlich gemacht werden. Zudem zeigen weitere Untersuchungen, dass der Arzneistoff auch direkt mit Zellen des zentralen Nervensystems reagiert, wo er möglicherweise eine schützende Wirkung entfaltet.

Im New England Journal of Medicine wurden 2010 die Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien TRANSFORMS und FREEDOMS zu FTY720 veröffentlicht. In beiden Studien wurde FTY720 in zwei Dosierungen untersucht (0,5 mg und 1,25 mg). Die Zulassung wurde für die niedrigere Dosis von 0,5 mg beantragt, da den Studienergebnissen zufolge diese Dosis das bessere Nutzen-Risiko-Profil aufweist.

Die einjährige Studie TRANSFORMS mit 1.292 Patienten ergab, dass orales FTY720 in der Dosis von 0,5 mg die Anzahl von Schüben um 52% reduzierte im Vergleich zu Interferon beta-1a (Avonex®), das intramuskulär injiziert wurde.

Die zweijährige Studie FREEDOMS mit 1.272 Patienten zeigte, dass FTY720 die Schubrate mit der 0,5-mg-Dosis um 54 % und mit der 1,25-mg-Dosis um 60 % senkte verglichen mit Plazebo. Außerdem war das Risiko für eine Behinderungsprogression bei Patienten die mit FTY720 0,5-mg behandelt wurden gegenüber Plazebo um 30% bzw. 37 % niedriger.

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse für FTY720 und die Kontrollgruppen waren Nasopharyngitis, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Zu den weiteren unerwünschten Ereignissen im Zusammenhang mit FTY720 zählten eine dosisabhängige, vorübergehende, asymptomatische Reduzierung des Herzrhythmus, leichter Anstieg des Blutdrucks, Makulaödem und asymptomatische, reversible Erhöhung der Leberenzymwerte.

Die Gesamtinfektionsraten, einschließlich schwerwiegender Infektionen, waren in den Behandlungsgruppen vergleichbar, wenn auch eine leichte Erhöhung der Zahl der Lungeninfektionen (primäre Bronchitis) bei den mit FTY720 behandelten Patienten zu sehen war. Die Zahl der in beiden Studien berichteten malignen Erkrankungen war gering.

Die abgeschlossenen Multiple Sklerose-Studien mit FTY720 und ihre Verlängerungsstudien umfassen insgesamt über 2.300 Patienten. Dies enspricht einer Gesamt-Exposition von ca. 4.000 Patientenjahren, wobei sich einige Patienten bereits im sechsten Behandlungsjahr befinden.

Im September 2010 wurde Fingolimod unter dem Namen Gilenya zur Behandlung der schubförmigen MS in den USA zugelassen.

Wie sicher die Therapie mit FTY720 außerhalb von klinischen Studien ist, wird jetzt weiter untersucht.

CFTY720DDE01-Studie

Ziel.

Die Studie soll Aufschluß geben über Veränderungen des Immunsystems als Reaktion auf die Einnahme von Fingolimod. Deshalb werden verschiedene Populationen von Immunzellen und Biomarkern untersucht.

Studie.

Alle Patienten erhalten einmal täglich 0,5mg über einen Zeitraum von 6 Monaten.  Sollte Fingolimod zum  Ende der Studie noch nicht in Deutschland zugelassen sein, haben alle Patienten die Möglichkeit, in eine Extensionsstudie zu wechseln. Zu Beginn erfolgen monatlich regelmäßige Untersuchungen durch den Arzt.

Teilnehmer.

An dieser Studie werden 340 Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren mit schubförmiger MS teilnehmen. Insgesamt sind 58 deutsche Zentren involviert.