studien. daclizumab

Bei der MS spielen autoreaktive T-Zellen eine wichtige Rolle. Die Aktivität dieser Zellen wird unter anderem durch den Botenstoff Interleukin-2 (IL-2) verstärkt. Daclizumab, ein monoklonaler Antikörper, blockiert diesen Signalweg. Insgesamt könnte so die Entzündungsaktivität bei MS-Patienten reduziert werden. In einer kleinen Phase II Studie (CHOICE) traten unter Daclizumab deutlich weniger Kontrastmittel-Herde in der Kernspintomographie auf als unter Placebo. 

DECIDE-Studie

Ziel.

Daclizumab bei schubförmiger MS im Vergleich zu Interferon ß-1a (Avonex®). Ziel der Studie ist zu erkennen, welches Medikament in 2 Jahren mehr Schübe verhindert.

Studie.

In der DECIDE-Studie soll nun untersucht werden, ob Daclizumab über zwei Jahre mehr Schübe verhindert als das Interferon Avonex®. Zudem soll überprüft werden, ob Daclizumab besser als Avonex eine Zunahme der Behinderung verhindert und zu einer besseren Lebensqualität führt.
Die Studie ist international, 1.500 Patienten sollen eingeschlossen werden. Die Hälfte der Patienten erhält Daclizumab einmal monatlich unter die Haut gespritzt und einmal wöchentlich ein Placebo in den Muskel.
Die andere Hälfte erhält einmal wöchentlich Avonex in den Muskel und einmal monatlich ein Placebo unter die Haut. In welcher Gruppe man ist, weiß weder Patient noch Arzt. Die Studie läuft über mindestens 96 Wochen.

Teilnehmer.

Die Teilnehmer müssen zwischen 18 und 55 Jahre alt und an einer schubförmigen MS erkrankt sein. Es dürfen keine anderen schweren Erkrankungen vorliegen. Zudem können nur Patienten teilnehmen, die mindestens einen Schub in den letzten 12 Monaten hatten.
Risiken.

Daclizumab ist seit Ende der 90er Jahre in der Transplantationsmedizin zugelassen und bis dato bei etwa 50.000 Patienten eingesetzt. Die Sicherheit und Verträglichkeit  von Daclizumab bei diesen Patienten ist gut. In den bisherigen Studien bei MS konnten ebenfalls keine schweren Nebenwirkungen beobachtet werden. Am häufigsten sind  allergische und Hautreaktionen aufgetreten.